5G – Chancen und Risiken der neuen Mobilfunktechnologie

5G Antenne auf dem Crap Sogn Gion in Laax

Für die einen ein Segen, für die anderen ein Fluch: Die Einführung von 5G wirft viele Fragen auf. Gegner warnen vor möglichen Gesundheitsrisiken, Befürworter freuen sich über die hohe und zuverlässige Netzleistung. Was bringt 5G wirklich, und was ist dran an den Bedenken? 5G Chancen und Risiken übersichtlich gegenübergestellt. Schweizer Mobilfunkanbieter planen, bis Ende 2019 […]

Für die einen ein Segen, für die anderen ein Fluch: Die Einführung von 5G wirft viele Fragen auf. Gegner warnen vor möglichen Gesundheitsrisiken, Befürworter freuen sich über die hohe und zuverlässige Netzleistung. Was bringt 5G wirklich, und was ist dran an den Bedenken? 5G Chancen und Risiken übersichtlich gegenübergestellt.

Schweizer Mobilfunkanbieter planen, bis Ende 2019 80 bis 90 Prozent der Landesbevölkerung mit 5G zu versorgen – die Kantone Genf und Jura hingegen haben im April 2019 ein Moratorium für den Aufbau von 5G-Antennen erlassen (vgl. Karte mit den Standorten aller 5G-Antennen). Das Mobilfunknetz der 5. Generation, besser bekannt als 5G, polarisiert. Warum eigentlich?

Was ist 5G?

5G ist der neueste Funkstandard, der die Datenübertragung über das Mobilfunknetz erlaubt. Laut Bundesamt für Kommunikation unterscheidet sich 5G von seinen Vorgängern durch eine erheblich höhere Datenübertragungsrate (100-mal höher) und eine schnelle Reaktionszeit (weniger als eine Millisekunde). Zudem können bis zu 100-mal mehr Endgeräte gleichzeitig angeschlossen werden. Ein weiterer Vorteil: der neue Mobilfunkstandard ist flexibler und effizienter. Dank Network Slicing wird jeweils genau derjenige Teil des Netzes genutzt, der tatsächlich gebraucht wird. Siehe: 5G in der Schweiz: 9 Fragen und Antworten.

Klingt gut, oder? Doch was bedeutet das konkret für Sie?

Was bringt 5G?

Mit 5G erhält Ihr Handynetz sozusagen Glasfaser-Power: Sie können blitzschnell Filme herunterladen, streamen oder Virtual-Reality-Erlebnisse nahtlos geniessen.

So richtig interessant ist der neue Mobilfunkstandard aber für die Industrie: Technologien wie selbstfahrende Autos, Videoüberwachung und das sogenannte Internet of Things (IoT) profitieren von schneller, lückenloser Datenübertragung. Auch in der Medizin verspricht 5G grosse Vorteile – so zum Beispiel in der hochpräzisen Telechirurgie oder in der Patientenüberwachung.

Dass die Kaffeemaschine mit dem Kühlschrank kommuniziert oder die Chirurgin den OP-Roboter über den Atlantik hinweg steuert, mag für manche wie Zukunftsmusik klingen – doch 5G bringt uns dieser Zukunft einen grossen Schritt näher.

Ist 5G gefährlich?

Kritiker warnen seit Längerem vor gesundheitlichen Folgen von Mobilfunkstrahlung. Mit 5G soll sich die Strahlungsintensität zusätzlich verstärken und vor allem flächendeckend spürbar sein. Die neue Flexibilität von 5G beinhaltet zudem den Bau sogenannt adaptiver Antennen, die gezielt in Richtung des Nutzers senden können. Das bedeutet, kurzfristig ist die Strahlung für diesen Nutzer erhöht.

Grafische Erklärung von Beamforming gegenüber gleichmässiger Befeldung
Herkömmliche Antennen bestrahlen in einem definiertem Umfeld (gleichmässige Befeldung). Neu werden mit 5G adaptive Antennen eingesetzt, welche ihre Leistung gezielt auf die jeweiligen Nutzer ausrichten (Beamforming) (Bild: BVU).

Berichte aus den Niederlanden, dass Hunderte von Vögeln aufgrund von 5G-Strahlung starben, wurden zwar widerlegt. Dennoch: Die langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen auf Mensch und Tier sind nach wie vor unklar.

Laut Bundesamt für Umwelt hängt die Wirkung nichtionisierender Strahlung «von deren Intensität und Frequenz ab», und die «zurzeit laufende Einführung von 5G erfolgt in Frequenzbereichen, wie sie bereits jetzt für den Mobilfunk und für WLAN verwendet werden.» Fakt ist: Für eine flächendeckende Einführung von 5G müssen die Schweizer Grenzwerte wahrscheinlich erhöht werden, wie es andere Länder schon getan haben. Eine von Doris Leuthard ins Leben gerufene Arbeitsgruppe «Mobilfunk und Strahlung» hat die Chancen und Risiken von 5G ausführlich untersucht. Sie schlägt fünf verschiedene Modelle vor, wie 5G im Sinne des Versorgungsprinzips möglichst schnell flächendeckend eingeführt werden kann – inklusive Szenarien für die Erhöhung dieser Grenzwerte und begleitenden Massnahmen, um die Bevölkerung vor möglichen negativen Effekten zu schützen.

Was sind die Hauptbedenken der 5G Gegner?

Bei der Diskussion um 5G stehen zwei gesundheitliche Hauptsorgen im Vordergrund:

1.  Mobilfunkstrahlung ist möglicherweise krebserregend
Diese Aussage wurde bisher weder vollkommen widerlegt noch bewiesen. Vorsichtshalber bezeichnet die WHO Mobilfunkstrahlungen daher als «möglicherweise krebserregend» – wie übrigens auch Kaffee und andere Stoffe, die zum heutigen Alltag gehören.

Die Schweizer Krebsliga schreibt dazu: «Für hochfrequente elektromagnetische Strahlung (u.a. Mobilfunkstrahlung) konnte bisher wissenschaftlich jedoch weder eine klare gesundheitliche Gefährdung noch eine klare gesundheitliche Unbedenklichkeit nachgewiesen werden. Es empfiehlt sich deshalb, die individuelle Strahlenbelastung im Sinne der Vorsorge niedrig zu halten.»

2.  Menschen, die auf Störquellen anfällig sind, reagieren auf 5G noch stärker
Elektrosensible Menschen können auf Mobilfunk mit Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit und Depressionen reagieren – und die Zahl dieser Menschen sowie die Intensität der Symptome wird sich mit 5G erhöhen, so die 5G-Skeptiker. In einer Studie der WHO korrelierten die Beschwerden der elektrosensiblen Studienteilnehmer jedoch nicht mit elektromagnetischen Feldern – das heisst, die Betroffenen litten auch dann unter Symptomen, wenn sie keiner Strahlung ausgesetzt waren. Die schon erwähnte Arbeitsgruppe «Mobilfunk und Strahlung» schreibt dazu: «Es kann aber nicht ausgeschlossen werden, dass sich die Effekte nur unter bestimmten Bedingungen oder Expositionssituationen manifestieren, welche bisher noch nicht verstanden werden.“

Was bedeutet das nun alles für Sie?

Für Sie als Privatmensch verändert sich mit 5G – bis auf erstklassigen Streaming- und Downloadservice – vielleicht erst mal gar nicht so viel.

Wer sich gesundheitliche Sorgen macht, kann den Empfehlungen der Krebsliga folgen und (wie bisher) auf eine gute Verbindungsqualität achten (das minimiert die Strahlung), mit Kopfhörern oder Headset den Abstand zum Kopf verringern (so bleibt dieser geschützt) und auf Abschirmprodukte verzichten (denn diese führen dazu, dass das Handy mehr strahlt).

In Zusammenarbeit mit dem Skigebiet LAAX nahm Sunrise am 26. November 2018 das erste End-To-End-5G-Netz der Schweiz in Betrieb (Video: Sunrise).

Als Unternehmen profitieren Sie mit 5G von schnellem und qualitativ hochstehendem Datenaustausch mit minimaler Verzögerung – und der Möglichkeit, bei der Zukunftsmusik den Takt mit anzugeben.

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Titelbild: Eine 5G-Antenne in Laax, die Sunrise im November 2018 in Betrieb genommen hat (Bild: Sunrise).

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